Wie will ich wohnen? Fachtagung regt zum gemeinschaftlichen Denken und Umsetzen im ländlichen Raum an

Der Zuspruch zur Fachtagung war sehr gut, von Sylt bis über die Kreisgrenzen hinaus waren Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Familie, Bürgerinnen und Bürger, Investoren und Expertinnen und Experten gemeinschaftlichen Wohnens in das Theatrium nach Tetenbüll gekommen, um am Vormittag Einblicke in Wohnformen und deren Finanzierungsmöglichkeiten zu erhalten und am Nachmittag dann selber Handlungsempfehlungen zu entwickeln, was als Erstes getan werden muss, um ein Wohnprojekt erfolgreich auf den Weg zu bringen.

Gleich zu Beginn der Fachtagung „Neue Wohnformen für den ländlichen Raum“ gab es einen großen Dank von Ministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack, dass der Kooperationsraum Mittleres Eiderstedt/Eiderstedt pur die Fachtagung ins Jubiläumsprogramm aufgenommen hat.  „Neue Wohnformen für den ländlichen Raum“, d.h. Vielfalt zu fördern, Teilhabe zu ermöglichen. Ein Generationenmix fördere den Gemeinschaftsgedanken vor Ort. Die Ministerin sah ein großes Potential für den ländlichen Raum und zählte die verschiedenen Förderprogramme ihres Hauses auf, Projekte und neue Wohnformen zu unterstützen. Sie blieb extra etwas länger, um noch die Projekte mitzubekommen, die in der anschließenden Podiumsdiskussion vorgestellt wurden und fuhr mit einem sehr positiven Eindruck von Eiderstedt nach Kiel zurück.

Amtsdirektor Matthias Hasse erwähnte den experimentellen Charakter des gemeinschaftlichen Wohnens, insbesondere wenn gemeinsam ein Projekt gestartet würde. Als Vorsitzender der Steuerungsgruppe des Kooperationsraums Mittleres Eiderstedt dankte er der AG Ortsentwicklung für ihr jahrelanges Engagement und lobte das Netzwerk, das bisher entstanden ist. Sein Wunsch war es, dass möglichst bald ein erstes Wohnprojekt für Eiderstedt etabliert werden kann.

Anders F. Christensen, PROkultur ProjektService moderierte die Podiumsdiskussionen und brachte viel Neues und Interessantes aus den Gesprächen hervor. Beeindruckt waren die Teilnehmenden von dem Campus Projekt der Diakonie in Tönning, wo Jung und Alt, Mitarbeitende und Bewohnerinnen und Bewohner zusammenwohnen werden, auch ein Kindergarten ist auf dem Gelände angedacht. Ferdinand Borchmann-Welle stellte als Geschäftsführer TING Projekte das Wohnprojekt Grüne Insel in St. Michaelisdonn vor, und Bürgermeisterin Eva-Maria Kühl berichtete von ihren Erfahrungen, Wohnungen für Senioren als Kommune bereitzuhalten. Maximilian Brunner, GLS-Bank, beeindruckte mit den Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten, die die Bank bietet, um Wohnprojekte erfolgreich durchzuführen. Dies gilt auch für die Unterstützung der Investitionsbank Schleswig-Holstein, wie Dr. Julia Kroh ausführte. Am Nachmittag wünschten sich die Teilnehmenden mehr Bereitschaft und Beschleunigung seitens der Bauämter, Wohnprojekte – gerade auch in historischen Gebäuden – zu ermöglichen. Wichtig sei es, Schnittstellen mit den Ämtern und Gemeinden aufzubauen. Vielleicht könnten auch die AktivRegionen stärker eingebunden werden und beispielsweise sich dafür einsetzen, dass Lotsenstellen geschaffen werden, die Know-How und Erfahrungen im Bereich Wohnen bündeln und an Interessierte weitergeben. Nach den Erfahrungen der umgesetzten erfolgreichen Projekte stimmten die Teilnehmenden am Ende unisono ein: Lasst uns einfach Mut haben und einfach machen. Wer interessiert ist, mehr zu erfahren, kann unter eiderstedt-pur.de die Machbarkeitsstudie zu Neuen Wohnformen herunterladen, zum nächsten Stammtisch Neue Wohnformen oder zur nächsten Sitzung der AG Ortsentwicklung kommen – Termine auf eiderstedt-pur.de -, sich die Ausstellung „Wie will ich wohnen“, derzeit im wirtschaftscampus eiderstedt, Osterstrasse 6-10 in Garding und danach im Kreishaus in Husum und in der NOSPA Filiale in Garding anschauen oder mit der Koordinatorin des Kooperationsraums Mittleres Eiderstedt, Dr. Ilja-Kristin Seewald per Mail Kontakt aufnehmen über info@eiderstedt-pur.de.