Stammtisch "Neue Wohnformen": Gemeinsam statt einsam

Beim vierten Stammtisch "Neue Wohnformen" im Wellenreiter in Tating stellte Maria Prahl das Projekt Solvby - von Leerstand in Lebendigkeit - vor und zeigte, wie leerstehende Gebäude in ländlichen Ortskernen in bezahlbaren Mietwohnraum umgewandelt werden können.
Kernfrage ist: Wie kann es gelingen, Ortskerne zu beleben, soziale Verantwortung zu übernehmen und bezahlbaren Wohnraum zu realisieren?

Der Bedarf an bezahlbarem, kleinem Mietwohnraum im ländlichen Schleswig-Holstein war für Maria und Alexander Prahl der Anlass, einen Prototypen für bezahlbares Wohnen zu entwickeln.

Mit klaren sogenannten Personas, also typischen Beispielpersonen, die stellvertretend für eine bestimmte Gruppe von Menschen stehen, gingen sie in die Planung.
Im Blick standen ältere Menschen, die nach der Familienphase kleineren Wohnraum suchen und die beispielweise ihr Einfamilienhaus gern an eine junge Familie übergeben möchten, sowie Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt sind, etwa aufgrund von Pflegeverantwortung.

Im Prototyp ist Wohnraum genau für diese Gruppen entstanden. Über die Erfahrungen aus dem Entstehungsprozess wurde an diesem Abend mit dem fachkundigen und interessierten Publikum gesprochen.

Dabei wurde deutlich, wie wichtig permanente Kommunikation im gesamten Prozess sei. Immer wieder müsse auf das Ziel des bezahlbaren Wohnraums hingewiesen werden, weil sonst schnell andere Zielrichtungen - etwa ästhetische Wünsche, ein maximal energetischer Standard oder Barrierefreiheit in allen Bereichen des Hauses - die Kosten in die Höhe treiben und das eigentliche Ziel gefährden könnten.

Das Solvby-Team betont: Nicht jede ökologische oder ästhetische Idealvorstellung lässt sich umsetzen, aber viele gute Lösungen lassen sich finden, wenn man pragmatisch denkt.


Auch die konsequente Kommunikation mit Kommunalpolitik, Amt und Nachbarschaft wurde hervorgehoben. Als gutes Beispiel wurde der durchgeführte Tag der offenen Baustelle genannt sowie die niedrigschwelligen Einladungen zum Gespräch.


Die Teilnehmenden beim Stammtisch „Neue Wohnformen“ waren gleich begeistert vom Engagement der Prahls und fanden: „Das lässt sich sehr gut von der Ost- an die Westküste transferieren.“
Mut, Tatkraft und mehr gemeinwohlorientiertes Engagement und Unternehmertum im Sinne von Solvby wären gut, um Leerstand in den Gemeinden zu verringern, Orte der Begegnung zu schaffen und auch wieder mehr Gemeinwohl und Gemeinsinn in den ländlichen Regionen zu fördern.

Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist im Rahmen der Umbaumaßnahmen nicht alles leistbar, aber das muss häufig auch gar nicht sein, so Maria Prahl. Wichtig sei, die Standards im Blick zu behalten und umzusetzen, was gefordert wird.


Maria und Alexander Prahl haben viel gelernt bei ihrem Vorgehen und sind bereit, diese Erkenntnisse zum Wohle der Belebung der Gemeinden und gegen Leerstand in den Orten weiterzugeben. Wer sich informieren möchte, findet unter: wwww.solvby.de weitere Informationen und Kontaktdaten.

„Genau so, soll es sein“, meinte Dr. Ilja-Kristin Seewald, Initiatorin des Stammtisches „Neue Wohnformen“, abschließend: Durch Vernetzung und Austausch Mehrwert vor Ort zu schaffen.“